Die Bundesregierung hat mit „She goes AI“ eine nationale Plattform geschaffen, die Frauen den Einstieg in KI erleichtern soll. Im Juni 2026 ist daraus ein Bündnis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung geworden. Ein Überblick, was die Initiative bietet und wie es weitergeht.
Wer heute KI-Systeme baut, entscheidet mit, wie diese Systeme morgen über Bewerbungen, Kredite oder Diagnosen urteilen. In Österreich sind daran bisher vor allem Männer beteiligt. Rund ein Fünftel der KI-Fachkräfte im Land sind Frauen, weltweit liegt der Anteil bei etwa 22 Prozent. Hier setzt „She goes AI“ an, die nationale Initiative der Bundesregierung im Rahmen der Digitaloffensive Österreich.
Vorgestellt wurde das Programm im Oktober 2025 von Frauen-, Wissenschafts- und Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner und Staatssekretär Alexander Pröll. „Damit KI fair und zukunftsorientiert wird, müssen Frauen sie mitgestalten“, sagte Holzleitner bei der Ankündigung. Die Initiative bündelt Angebote, die vorher verstreut waren, und begleitet Frauen von den Grundlagen bis zur Expertinnenrolle. Dazu kommen zusätzliche PhD-Stipendien und der Auftrag, Geschlechtergerechtigkeit in öffentlichen KI-Programmen zu verankern.
Fünf Säulen, ein Netzwerk
„She goes AI“ ist entlang von fünf Schwerpunkten aufgebaut. Connect steht für Vernetzung, Learn für Weiterbildung, Experts für sichtbare Vorbilder und Karrierewege, Fairness für die Auseinandersetzung mit Gender Bias, Public für KI-Kompetenz in der Verwaltung. Getragen wird das von Organisationen wie Women in AI Austria, WOMENinICT, SHE goes DIGITAL und SheDigital. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen unter anderem Sabine T. Köszegi von der TU Wien und Martina Mara von der JKU Linz.

Im Juni 2026 hat die Initiative mit „She goes AI – Connect“ eine neue Stufe erreicht. Aus der Ankündigung ist ein formales Bündnis geworden, dessen Partner ein gemeinsames Charta-Commitment unterzeichnen. „Nur mit Frauen an Bord ist Künstliche Intelligenz wahrlich intelligent“, sagte Doris Schmidauer, Schirmherrin von She goes Digital. Patricia Neumann, Präsidentin der Digitaloffensive Österreich, ergänzte: „Ein inklusiver und gerechter Umgang mit KI sorgt für mehr Innovationen.“
Was die Zahlen sagen
Eine von der Initiative beauftragte Studie von L&R Sozialforschung und dem Institut für Höhere Studien liefert die Datengrundlage. Ihr zentrales Ergebnis: Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern beim Zugang zu KI entstehen nicht durch individuelles Verhalten, sondern durch strukturelle Rahmenbedingungen. Nur gut ein Fünftel der Frauen in Österreich traut sich zu, überhaupt über KI Bescheid zu wissen. Gleichzeitig halten fast 39 Prozent KI im Beruf für nützlich. Das Interesse ist da, der Zugang fehlt.
Wie es weitergeht
Für 2026 soll das Partnernetzwerk wachsen und die Angebote sollen breiter werden. Erstmals kommen eigene Module zu Zukunftsthemen wie KI und Cybersecurity dazu, die sich gezielt an Frauen richten. Alle aktuellen Workshops, Veranstaltungen und Projekte sind unter spitzenform.at/she-goes-ai abrufbar, dort können sich Einzelpersonen und Organisationen auch für das Netzwerk anmelden.
Ein Teil dieser Weiterbildung läuft über erfahrene Anbieter der Erwachsenenbildung. Dazu zählt die Berater, Weiterbildungspartner von Frau und Karriere, mit der Lernplattform online-lernen.live.
Wien, Redaktion








